Soziale Startups haben es bei der Finanzierung besonders schwer: Sie wollen gesellschaftliche Probleme lösen, aber Banken bewerten sie nach rein wirtschaftlichen Kriterien. Die Basler Genossenschaftsbank (BGB) bricht jetzt mit dieser Logik und vergibt erstmals zinslose Kredite an Unternehmen, deren Hauptziel ein sozialer oder ökologischer Impact ist.
Bis zu 100.000 Franken ohne Zinsen
Das Programm mit dem Namen „Impact First" bietet Sozialunternehmen Kredite von 10.000 bis 100.000 Schweizer Franken — komplett zinsfrei, mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren. Die einzige Bedingung: Das Unternehmen muss nachweisen, dass sein Kerngeschäft einen messbaren sozialen oder ökologischen Nutzen hat. Ein unabhängiges Gremium aus Sozialwissenschaftlern, Unternehmern und NGO-Vertretern prüft die Anträge.
Von der Obdachlosenhilfe bis zum Klimaschutz
Die ersten 40 geförderten Startups zeigen die Bandbreite des Programms. Darunter: ein Zürcher Unternehmen, das Obdachlosen Übergangswohnungen aus recycelten Containern bietet. Ein Berner Startup, das Lebensmittelabfälle aus Restaurants in fertige Mahlzeiten für Bedürftige verwandelt. Und ein Luzerner Team, das Kleinbauern in der Schweiz bei der Umstellung auf regenerative Landwirtschaft begleitet. Zusammen haben die 40 Unternehmen Kredite über 2,8 Millionen Franken erhalten.
Wie finanziert sich das Modell?
Die zinsfreien Kredite werden durch einen speziellen Fonds finanziert, den die BGB mit einem Startkapital von 10 Millionen Franken ausgestattet hat. Zusätzlich können Kunden der Bank freiwillig auf einen Teil ihrer Sparzinsen verzichten und diesen dem Impact-Fonds zuführen. Bereits 8.000 Kunden machen mit und steuern im Schnitt 120 Franken pro Jahr bei. Die Ausfallquote der Kredite liegt bisher bei nur 2% — deutlich unter dem Branchendurchschnitt.
Andere Banken zeigen Interesse
Das Modell hat Aufsehen erregt. Die GLS Bank in Deutschland und die Umweltbank Nürnberg haben Delegationen nach Basel geschickt und arbeiten an eigenen Programmen. Auch die Europäische Investitionsbank (EIB) hat das Modell als „innovatives Instrument der Sozialfinanzierung" gewürdigt. BGB-Direktorin Christine Ammann plant, den Fonds bis 2028 auf 30 Millionen Franken aufzustocken. „Geld muss nicht immer Rendite bringen — manchmal reicht es, wenn es Gutes tut."
Originalquelle: NZZ — „Basler Bank vergibt zinslose Kredite für Sozialunternehmen"
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