Am vergangenen Wochenende verwandelte sich das Hamburger Millerntor-Stadion in einen Ort der Begegnung. Beim sechsten „Kicken ohne Grenzen"-Turnier traten 64 gemischte Teams gegeneinander an — jedes Team zusammengesetzt aus Spielern mit und ohne Behinderung. Es war das größte inklusive Fußballevent, das Europa je gesehen hat.

Gemeinsam auf dem Platz — gemeinsam gewinnen

Die Regeln sind einfach: Jedes Team besteht aus acht Spielern, davon mindestens drei mit einer körperlichen oder geistigen Behinderung. Gespielt wird auf Kleinfeldern mit angepassten Regeln — zum Beispiel dürfen Rollstuhlfahrer den Ball mit der Hand spielen. „Es geht nicht darum, wer der Beste ist", erklärt Turniergründer Jens Möller. „Es geht darum, dass alle zusammen spielen."

Die Atmosphäre war elektrisierend. Über 8.000 Zuschauer feuerten die Teams an, darunter prominente Unterstützer wie Ex-Nationalspieler Per Mertesacker und Paralympicssiegerin Vanessa Low.

Von der Idee zum europäischen Vorbild

Was 2021 mit acht Teams in einem Hamburger Hinterhof begann, ist zu einer Bewegung geworden. Inzwischen gibt es regionale Ableger in 14 deutschen Städten, dazu in Wien, Zürich und Amsterdam. Der DFB hat das Turnier als offizielles Leuchtturmprojekt für Inklusion im Sport anerkannt und fördert es mit jährlich 250.000 Euro.

Wirkung über den Fußball hinaus

Eine begleitende Studie der Universität Hamburg zeigt: 74% der teilnehmenden Spieler ohne Behinderung gaben an, durch das Turnier ihre Einstellung gegenüber Menschen mit Behinderung positiv verändert zu haben. 68% engagieren sich inzwischen auch außerhalb des Turniers ehrenamtlich in inklusiven Projekten. „Fußball baut Barrieren ab, die im Kopf beginnen", sagt Möller.

Nächstes Ziel: Europameisterschaft der Inklusion

Für 2027 plant das Organisationsteam eine erste inklusive Fußball-Europameisterschaft mit Teams aus 20 Ländern. Die UEFA hat bereits Unterstützung signalisiert. Das Finale soll im Berliner Olympiastadion stattfinden — ein Zeichen, dass inklusiver Sport nicht an den Rand gehört, sondern ins Zentrum.

Originalquelle: ZEIT Online — „Inklusives Fußballturnier in Hamburg bricht Teilnahmerekord"

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