4,8 Millionen Tonnen Gemüse — so viel haben deutsche Landwirte im vergangenen Jahr produziert. Das ist ein neuer Rekord und ein Plus von 14% gegenüber dem Vorjahr. Damit deckt regionales Gemüse erstmals 38% des deutschen Bedarfs. Noch vor zehn Jahren lag dieser Wert bei nur 24%.
Hightech im Gewächshaus
Der Haupttreiber des Booms sind moderne Gewächshäuser. In den letzten drei Jahren sind in Deutschland über 200 neue Hightech-Gewächshäuser entstanden, die mit LED-Beleuchtung, automatischer Bewässerung und KI-gesteuerter Klimaregelung arbeiten. Die Erträge pro Quadratmeter haben sich dadurch verdreifacht. Besonders Tomaten, Gurken und Paprika profitieren von der neuen Technik.
„Wir können jetzt zwölf Monate im Jahr ernten — und das mit 70% weniger Wasserverbrauch als im Freilandanbau", erklärt Gärtnerin Lena Becker aus dem niedersächsischen Papenburg, wo einer der größten neuen Gewächshauskomplexe steht.
Vertical Farming kommt in die Städte
Neben klassischen Gewächshäusern trägt auch Vertical Farming zum Rekord bei. In Berlin, Hamburg und München produzieren mittlerweile über 30 vertikale Farmen Salat, Kräuter und Microgreens direkt in der Stadt. Die Transportwege schrumpfen auf wenige Kilometer, die Produkte sind innerhalb von Stunden nach der Ernte im Supermarkt.
Weniger Importe, bessere CO2-Bilanz
Der steigende Selbstversorgungsgrad hat direkte Auswirkungen auf die Klimabilanz. Das Bundeslandwirtschaftsministerium schätzt, dass allein durch die reduzierten Gemüseimporte jährlich rund 180.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Das entspricht den Emissionen einer Kleinstadt mit 20.000 Einwohnern. Auch die Verbraucher profitieren: Regionales Gemüse ist im Schnitt 15% günstiger als importierte Ware.
Ziel: 50% Selbstversorgung bis 2030
Die Bundesregierung hat das Ziel ausgegeben, den Selbstversorgungsgrad bei Gemüse bis 2030 auf 50% zu steigern. Dafür wurden Förderprogramme in Höhe von 500 Millionen Euro aufgelegt, die den Bau weiterer Gewächshäuser und die Umstellung auf ressourcenschonende Anbaumethoden unterstützen. Der Deutsche Bauernverband zeigt sich optimistisch: „Wenn das Tempo anhält, schaffen wir die 50% sogar früher."
Originalquelle: Heise — „Gemüseernte in Deutschland auf Rekordhoch"
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